Zwei fehlerfreie Leistungen der rhythmischen Gymnastin
Caroline Weber in ihren Küren mit Seil und Reifen sind am Donnerstag in Peking
von den Punkterichtern mit gesamt 32,000 Zählern beurteilt worden - das
bedeutet Rang 19. zur Halbzeit für die 22-jährige Vorarlbergerin.
In Führung liegen die Russinnen Olga Kapranowa (36,825) und Jewgenija Kanajewa
(36,550) vor der Ukrainerin Anna Bessonowa (36,400). Am Freitag stehen die
Handgeräte Keule und Band auf dem Programm, nur die besten zehn erreichen das
Finale.
Weber nicht zufrieden
Die Österreicherin, die schon vor den Spielen meinte, dass vier fehlerfreie
Küren einen Rang zwischen 15 und 20 bedeuten würden, war bei ihrem
Olympiadebüt äußert nervös und deshalb auch nicht ganz mit sich zufrieden.
"Ich war nervös, weil es ein so wichtiger Wettkampf ist. Jetzt bin ich 19. und
schon gleich enttäuscht. Im Vorjahr war ich 14. der Weltmeisterschaft, ich
hoffe, dass ich noch weiter nach vorne komme", sagte die Sportlerin der TS
Dornbirn. Das Teilnehmerfeld war für Peking auf 24 reduziert worden. "Da ist
das Niveau schon extrem hoch, da liegt alles sehr knapp beisammen."
Mit "Caro, Caro"-Rufen angefeuert
Die Österreichern kam mit dem Seil als Vorletzte und mit dem Reifen als Letzte
an die Reihe. "Ich war zu Beginn nicht anwesend irgendwie, und obwohl ich so
nervös war, haben die Elemente in der ersten Prüfung trotzdem gut geklappt",
sagte die Zeitsoldatin, die in der Halle der Pekinger Technischen Universität
mit "Caro, Caro"-Rufen angefeuert wurde.
"Mit dem Seil bin ich ziemlich zufrieden, da war ich auch vom Kopf her beim
Wettkampf gelandet", resümierte Weber. Zur Seil-Performance erklangen
Latino-Klänge aus dem Antonio-Banderas-Film "Once Upon a Time in Mexico", für
die Reifen-Kür hatte die Dornbirnerin Orientalisches gewählt.
Drei neue Küren im Programm
Weber zeigt drei relativ neue Küren, die sie allerdings bereits gut
beherrscht; nur jene mit dem Band hat sie schon etwas länger im Programm.
Beurteilt werden Schwierigkeitsgrad (technischer Wert), Choreographie in
Abstimmung zur Musik (künstlerischer Wert) und Ausführung der Kür. Speziell
was den ersten Faktor betrifft, liegen die Mädchen aus den Nachfolgestaaten
der UdSSR klar voraus.
Am Freitag möchte die 29-fache Staatsmeisterin, die bei Beendigung des
Wettkampfes Österreichs beste Olympiaplatzierung in der Rhythmischen Gymnastik
sicher hat, noch ein paar Ränge gutmachen. "Die Keulen sind mein
Lieblingsgerät, ich hoffe, dass ich da noch was rausholen kann."