Mit Platz 17 nach den vier Handgeräten Seil, Reifen, Keule und Band erfüllte die 22-jährige auch die in Peking in sie gesetzten Erwartungen. "Ich bin mit dem ganzen Wettkampf sehr happy, ich war nur beim ersten Gerät nervös. Es ist aber ein bisschen schade, dass ich nicht noch weiter vorne bin", sagte die Vorarlbergerin.
Beste ÖFT-Platzierung
Historisch ist ihre Olympialeistung bereits in jedem Fall, noch nie war eine
ÖFT-Gymnastin im Zeichen der Fünf Ringe so gut platziert.
Seit der 1984 erfolgten Olympiaaufnahme der Rhythmische Gymnastik waren in den Feldern von 36 Teilnehmerinnen Elisabeth Bergmann (25.), Birgit Schielin (24.) und Nina Taborsky (29.) für Rot-Weiß-Rot am Start gewesen.
"Heute kann ich zufrieden sein"
Nach dem ersten Tag und Platz 19 in der Zwischenwertung hatte sie von einer
Enttäuschung gesprochen, die Verbesserung am Freitag um zwei Plätze dank sehr
guter Leistungen mit ihrem Lieblingsgerät Keule stimmte sie aber versöhnlich.
"Heute kann ich wirklich zufrieden sein, wenngleich ich natürlich gerne den 14. Platz von der Weltmeisterschaft wiederholt hätte", nahm sich die Zeitsoldatin selbst in die Pflicht. Nur die Top Ten qualifizierten sich für das Finale.
Weber fehlerlos
Weber hatte alle vier Küren fehlerfrei geturnt (64,175 Punkte), das war nicht
einmal dem führenden Trio Jewgenija Kanajewa, Olga Kapranowa (beide Russland)
und Anna Bessonowa (Ukraine) gelungen, die freilich technisch schwierigere
Elemente in ihre Kürprogramme eingebaut hatten.
Andere Voraussetzungen
Das anerkannte auch die Österreicherin: "Bei denen spielt einfach so viel
zusammen. Wie sie aufgewachsen sind, was für ein Umfeld sie haben, was für ein
System, was für ein Training, was für Hallen. Da sind so viele Mädchen und nur
die Besten werden ausgesucht. Das kann man mit Österreich nicht vergleichen."
Weber macht weiter
Die Sportlerin der TS Dornbirn hat im Alter von sieben Jahren mit der
Gymnastik begonnen und wird auf die nächsten Olympischen Spiele hinarbeiten.
"So alt bin ich noch nicht, dass ich jetzt aufhöre, ich mache weiter, so lange es mein Körper zulässt. Es macht mir auch immer noch voll viel Spaß. Ich habe jetzt schon einiges an Erfahrung gesammelt, ich hoffe da kommt noch mehr dazu", meinte sie.
Durch die rot-weiß-rote Brille
Nach ihrer letzten Kür in Peking setzten die erleichterte Weber und Trainerin
Lucia Egermann rot-weiß-rote Brillen auf, die sie von einer Juniorin des
Nationalkaders bei den Europameisterschaften geschenkt bekommen haben.
Die EM-Zwölfte von Turin 2008 bezeichnete diese als Glücksbringer und bedankte sich auch bei den mitgereisten Fans, die an beiden Tagen mit "Caro, Caro"-Rufen und Österreich-Fahnen gute Stimmung in der Halle der Pekinger Technologie-Universität gemacht hatten.