Der ÖFT-Olympia-Blog 2008:
Kampfrichter Dipl. Ing. Josef "Pez" Toth
14. August 2008:
"Die Kampfrichterei läuft hier fast ruhiger als bei vergleichsweisen
Wettkämpfen. Vielleicht weil man eh alle Kari´s kennt und weiß, was passieren
wird. Bis auf die Tatsache, dass die unheilige rumänisch-chinesische Allianz per
Dekret bestimmt hat, dass ein Yamawaki am Reck (ein Element an dem Baldi schon
gelegentlich scheiterte, weil der Körper als nicht ausreichend gestreckt
angesehen wurde) nun nicht mehr gestreckt sein muss, sondern auch mit
bedeutendem Hüftwinkel abzugsfrei als D-Teil zu geben ist. Warum? Weil die
Chinesen und Rumänen es nicht besser können. Kurze Aufregung - dann aber alle
den Hut drauf gehaut. Hat ja keinen Sinn gegen Stoica und Huang Liping zu
opponieren.
Meine persönliche Leistung finde ich äußerst
zufrieden stellend, sogar die Tatsache, dass ich bei den großen Namen generell
unten raus falle. Ist halt so!
Leid tut mir, dass ich den Christof Schärer ums Finale gebracht habe, da ich bei
der zweiten Übung des Wettkampfes noch so gewertet habe, wie wir beim Podium
besprochen haben (und wie es auch gehört), die Südamerikaner ab der ersten Übung
viel höher als ich lagen. Sorry!
Nach Studium der Blogeinträge muss ich paar
Sachen aus meiner Sicht kommentieren:
Wetter hatten wir absolut schon jedes, von heiß mit blauem Himmel über smogig,
Gewitter oder Dauerregen.
Die Eröffnung war von der Tribüne aus eine Stunde sehr gut, wenn auch manches im
Fernsehen besser rüberkommt als vor Ort, der Einzug der Nationen ist einfach nur
fad.
Essen ist schön, wenn man ein geregeltes kriegt (Olympisches Dorf oder Pressezentrum), aber ein bissel schwierig, wenn man wie die Karis auf freier Wildbahn lebt und jeden Tag auf die Jagd gehen muss. Weil immer nur Chinesisch wird auf Dauer auch ein wenig eintönig. Beim Wirt am Eck zwar billig, aber man weiß nicht immer was man da isst.
Eine echte Sauerei am Rand ist, dass die
Sportstätten halb leer sind, es aber keine Karten gibt. Nirgends. Nicht am
Schwarzmarkt und schon gar nicht offiziell. Alles vergeben, verkauft, verschenkt
oder sonst was, aber keiner geht hin. Und wir erleben die Spiele im Fernsehen.
Generell ist das Erlebnis Olympia nicht das, was man sich naiver Weise so
vorstellt. Aber wurscht. Muß jetzt weg.
Leider nicht zum Tennis wie ich gehofft hätte (hatte schon einen Finger auf
einer Karte der österreichischen Delegation, hat sich aber zerschlagen, mach
halt jetzt wieder mal auf Kultur statt auf Sport).
Schöne Grüße
Pez"