Der ÖFT-Olympia-Blog 2008:
ORF-Turnkommentatorin Dr. Gabriela Jahn
17. August 2008:


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Liebe Freunde,

nachdem ich schon gefragt wurde, ob ich denn nix anderes zu tun hätte, als Mails zu verschicken (*g*) - der Versuch einer Erklärung: Wenn man durchschnittlich 12 Stunden im Kellerloch im Büro verbringt, dann ist man froh, nicht nur in Zahlen und Namen zu wühlen, sondern auch einmal einen graden Satz zu schreiben… Irgendwann vor vielen Jahren habe ich ja einmal ein Germanistikstudium abgeschlossen – vielleicht schlägt da jetzt wieder ein bisschen Liebe zum Wort durch (und zum „Schnellschreiben“) – aber keine Sorge, dem Vorbild meiner „emeritierten“ Kollegen folge ich nicht, um gleich nach der Rückkehr ein Buch heraus zu geben „Mein Peking – Betroffene berichten…“ (das können nur jene, die „prüllern“).

Zurück zum Alltag: Gestern zum ersten Mal im Ö-Haus (keine Sorge, nicht abhängen, sondern arbeiten). Die Location ist sehr schön und eine Oase im wilden Pekinger Alltag – chinesischer Garten und eine Pavillon – ich habe das schon im Vorjahr gesehen – aber wirklich schön für die Sportler (und Funktionäre!) – ich gestehe: einen Apfelstrudel musste ich essen.

Dann ein Erlebnis mit unserer China-Korrespondentin mit der U-Bahn zum Büro – auch in der U-Bahn Security-Kontrollen, aber alles halb so wild. Und fast keine Leute – es scheint als hätten die alle Ausgehverbot. So wie alle anderen Menschen auch – die Baustellen ruhen – d.h. alle Wanderarbeiter und sonstiges „Gesindel“ – wurde aus der Stadt verbannt und außerhalb Pekings „verwahrt“. Klingt echt unmenschlich – ist es auch – aber leider wahr.

Nach einem Lokalaugenschein für meine Hauptarbeitsstätte während der Paralympics (denn da leistet sich der ORF nur mich und ich muss im ORF–Büro werken) war es drastisch zu sehen, wie nahe modernes und altes China liegen. Neben einem Supereinkaufstempel mit Nike– und adidas-Shop (zu unseren Preisen) und allen nur möglichen Marken, steht gleich daneben eines der ältesten Kaufhäuser, in dem sich tatsächlich das chinesische Leben abspielt und man von Händlern etc. verfolgt wird, doch ‚gaaaanz cheep’ und ‚best prize’ was zu kaufen. Was zur Folge hat, dass ich nach 30 Minuten ein paar Nike–Schuhe von (schon geschenkten 950 REM auf 150 REM runter gehandelt habe) – entspricht in etwa 15 Euro…

Danach ein Besuch in einer Bar, wo ich den ersten Versuch erlebt habe, uns zu betakeln – aber schweren Herzens mussten sie uns die 200 REM wieder rausgeben, die sie haben wollten, weil wir Glück hatten, dass wir eine chinesisch sprechende Amerikanerin um Hilfe bitten konnten.

Schlag 24 Uhr versinkt die Stadt im Dunkel – es reicht ja, wenn man vorher mit Lichtspielen protzt und kleckert…

Heute hat uns der Pekinger Smog wieder und gleich geht’s los mit den Gerätefinali – zuschauen, Johanna ist dabei…

So long, Gabi"