Der ÖFT-Olympia-Blog 2008:
ORF-Turnkommentatorin Dr. Gabriela Jahn
20. August 2008:
"Lieber
Turnfreunde!
Heute ist Tag 12 der Olympischen Sportarten – für mich zwar der erste Tag ohne Kommentatortätigkeit – aber in aller Früh war ich schon bei Caro Weber in der Gymnastikhalle….
Ich gebe zu: die Momente untertags, in denen ich von einem großen Bett, in dem ich mehr als max. 6 Stunden schlafen kann, häufen sich…
Rückblick auf die letzten Tage im Turnen – mein zugiger Kommentatorplatz von dem ich täglich mit eiskalten Füßen weggegangen bin, geht mir schon ab.. :-) und die netten Kollegen aus Kroatien, Slowenien, Tschechien erst! Die Chinesen habe tatsächlich alle ehemaligen Kronkolonien zusammengelegt, weil sie glauben, dass wir uns verständigen können…sowohl in den Hallen als auch im IBC sind wir alle ständig zusammen (und verstehen einander natürlich nicht…)
Die letzten beiden Finaltage sind gut vorüber gegangen – nur die chinesische Hymne kann ich nicht mehr hören! So manche Entscheidung ist mir schon sehr chinesisch vorgekommen – obwohl Johanna natürlich relativieren musste. Auch wenn die Turnübertragungen nur spärlich behandelt wurden (wie immer) war das Interesse der Kollegen hier interessanterweise sehr groß und ich bin schon sehr gespannt, ob die Auswertung des EU-Projekts in London mehr Sendezeit bringt… und Johanna ist natürlich schon jetzt herzlich eingeladen wieder mit dabei zu sein!!!!
Heute Früh: Wieder sehr smogig - Podiumstraining in der Gymnastikhalle – habe ursprünglich mit viel mehr Fahrzeit gerechnet – aber heute sind die geraden Autonummern dran und da ist deutlich weniger Verkehr - warum weiß ich auch nicht. Also haben wir auch den anderen ein bisserl zuschauen können – und meiner bescheidenen Meinung nach, lebt die Chance auf das Finale durchaus – aber was hinter den Kulissen abgeht, weiß ich natürlich nicht..
Interessante Erfahrung: mittlerweile habe ich mir dieses aufgesetzte Grinsen der Chinesen zugelegt und gehe damit schamlos durch alle Absperrungen und habe sogar Caro in der Aufwärmhalle besucht – erst nach einiger Zeit ist ihnen das komisch vorgekommen und sie haben mich wieder hinaus komplimentiert…
Caro ist gut drauf, die Halle dürfte ihr liegen (sagt sie!) und sowohl Unterkunft als auch Umgebung sind ok.
Während meine anderen Kollegen sich zunehmend dem Sightseeing-Programm widmen können, muss ich mich nochmals für die Gymnastik neu motivieren – aber mit österreichischer Beteiligung geht das gleich viel besser - und Peking steht ja noch länger….
Abseits der Wettkämpfe kann ich wie immer nur über neue Geschmackseindrücke berichten – vorgestern wollten wir die „Ess-Straße (Kärntnerstraße von Peking)“ im Zentrum besuchen aber um 21.45 haben sie uns vor der Nase zugesperrt – also wieder das Beisl ums Eck – und das schmeckt immer (seltsamerweise tatsächlich NOCH immer!)
Gestern haben wir es dann mongolisch versucht – naja Yakfleisch und Buttertee muss man nicht unbedingt versuchen – lustig war dann danach der Besuch einer „Bar“, die irgend jemand vor Tagen ausfindig gemacht haben. Da hat man den Eindruck als käme man in das Wohnzimmer eines Chinesen und darf dort nun sitzen ... Polstermöbel – Bilder an der Wand – ganz klein – Fernsehapparat - sehr gemütlich – und leider wieder viel zu lang … Heute versuchen wir einmal Peking-Ente … davon morgen mehr…
LG Gabi"