Der ÖFT-Olympia-Blog 2008:
Kampfrichter Dipl. Ing. Josef "Pez" Toth
20. August 2008:

"So, jetzt ham die doch tatsächlich auch Reck gewonnen.
War so gar kein Europäertag. Mehrere hatten den Ball am Elfmeterpunkt, aber der kleine Chinese hat ihn reingemacht. Wie der Fußballer so treffend formuliert.
Meine Noten am Barren haben mich nicht hundertprozentig zufrieden gestellt, ging aber so.

Den amerikanischen Mädchen bin ich ja überaus dankbar. Dass C-Hörnchen (Hamsterbackerl und Hasenzähnchen - Shawn Johnson - aber süß ist sie...) jetzt auch noch einen Titel hat, freut mich schon. Auch wenn's eine Balkenolympiasiegerin ist, die keinen g'scheiten Durchschlagsprung kann, wer eine 30 cm hohe Rückwärtsschraube am Balken sicher landen kann, das hat ja auch was!

Trampolin gab's auch. Angeblich war die Entscheidung seltsam, ist mir aber eh wurscht, weil ganz oben schon wieder ein Chinese steht.

Für viele Menschen hier siegen die Chinesen die Spiele ein bissl zu Tode. Genug ist genug. Jeder verdreht schon die Augen, wenn wieder eine/r gewonnen hat. Dazu kommt die Jubelberichterstattung auf mindestens vier Kanälen gleichzeitig. Schon ein bissl ermüdend.

Bin schon froh, dass der Zinnober jetzt vorbei ist. Im Unterschied zu Athen (Skandal über Skandal) wurde Männerturnen (und auch die Kampfrichterei) diesmal ausdrücklich gelobt (was das gleich ausmacht, wenn ein Österreicher dabei ist). Bei den Damen ging's angeblich ein bissl wilder zu, Verwarnungen en masse, aber bisher so scheint's, ohne Konsequenzen (wahrscheinlich hat die Johanna ihren guten Einfluss weniger durchgebracht...).

Ich bin so froh, dass die Johanna meinen Teil als Co-Kommentatorin bei Gabi Jahn mit übernommen hat. Meine Stimme zum Frühstück, da wird die Milch im Kaffee sauer. 
Heute noch eine Gala (=Schauturnen??) - von wem? für wen? für was? Wir gehen halt hin, weil wir eh nix Gescheites mehr zu tun haben.

Einen Rückblick schreibe ich jetzt auch gleich, weil nochmals schreib ich nix. Für uns und die Olympischen Spiele haben die Chinesen fast (Kleinigkeiten gibt's immer und überall) perfekte Verhältnisse geschaffen. Wie's ab nächster Woche weiter geht, wissen die Götter. Und leben möcht ich in dem Land wirklich nicht - andererseits - ich will überhaupt nirgends anders als in Österreich leben. Bin halt schon alt....

Schöne Grüße
Pez"

Halt, doch noch etwas: Ich komm' grad von der Gymnastics Gala der olymp. Spiele. Die erste Hälfte hat das Niveau eines Vereinsschauturnens gehabt. Wenn die Herren Yang Wei und Quiao Xin das P.T. Publikum mit ein paar Thomaskreisen am Pferd abspeisen, wird die Sache dünn. Zum Glück ließen sich dann die weiteren Herr- und Damschaften nicht so lumpen, ein paar spezifische chinesische Einlagen rundeten die Sache ab und am Ende war's versöhnlich.
Haben die Kollegin RG getroffen. Geht ihr gut, Hotel, Essen und Transfer wird von ihr als zufriedenstellend bezeichnet.
Das wars dann aber jetzt. Volle Konzentration auf die Heimreise! 


Pez Toth in der Olympia-Wettkampfhalle
Foto (C) Schreyer