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Sportakrobatik ist ein weltweit verbreiteter Sport mit
besonderer Beliebtheit und Tradition vor allem in Osteuropa, den USA, in China, Japan und
den Bene-
luxländern. Wettkampfmäßig gibt es drei
Disziplinen: Die kraft- und
balanceorientierte, die schwung-
orientierte und die kombinierte Kür, die jeweils von Paaren, Trios
(nur Frauen) oder Quartetten (nur Männer) ausgeübt werden.
Bei der WM sind alle Kontinente am Start. Auf Grund dieser hohen
Organisiertheit ist es wahrscheinlich,
dass Sportakrobatik ab 2016 olympische Bewerbsdisziplin sein wird.
Im
Herbst 1999 hat der Österreichische Fachverband für Turnen die
Aufnahme der Disziplin Sportakrobatik in sein Programm beschlossen.
Dieser Entscheidung voraus ging die Selbstauflösung des Int.
Sportakrobatikverbandes und dessen Aufnahme in den Weltturnverband FIG.
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In Österreich ist Sportakrobatik bislang
wenig verbreitet. Seit dem Übergang vom früheren ÖSAV zum ÖFT (2000) wird
versucht, Synergieeffekte zwischen der Sportakrobatik als Breitensport
und dem Leistungssport zu schaffen. Durch die Einführung der einzelnen
Teilekataloge für die verschiedensten Klassen wurde dazu ein wichtiger
Schritt gesetzt. Seit 2004 werden vom ÖFT auch eigene Österreichische
Schülermeisterschaften durchgeführt. Darum heißt es jetzt, auch zu den
500 heimischen Turnvereinen und erstärkt in den Leistungssportaktivitäten Kontakt zu finden.
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Die
älteste Turnsportart der Welt
Die weit verbreitete Meinung,
Sportakro-
batik sei vor allem etwas für ausgediente Turnerinnen und Turner, ist Unsinn, auch wenn sich
solche der Sportart zuwenden.
In den Hochburgen der Akrobatik ist diese
Sportart völlig eigenständig und erfährt kaum Berührungen mit dem
Kunstturnen.
In Wahrheit ist die Akrobatik sogar die älteste Turnsportart
der Welt, die im alten Ägypten ca. 2300 Jahre vor Chr. ihre Wurzeln hat.
Der Begriff Akrobatik findet seinen Ursprung im griechischen Wort akrobatos
(Er, der auf Fußspitzen steht) und entwickelte sich über die
Zirkusartistik zur heutigen Sportart.
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Der
größte Gegensatz zum Gerätturnen ? Sportakrobatik ist ein echter Teamsport !
Sportakrobatik ist somit viel älter
als Turnen, wie es mit dem Wirken Friedrich Ludwig Jahns (1778-1852) seinen
Ursprung fand. Sportakrobatik und Gerätturnen haben aber sehr viele
Gemeinsamkeiten, vor allem im Bereich der Körperspannung, Flugkoordination,
Gleichgewichtsgefühl, Beweglichkeit usw. Im Gegensatz zum Turnen benutzen
die Akrobaten keine Geräte, sondern nur den Körper, um Höhe und
Flugphasen zu erreichen. |
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Sportakrobatik
ist für Teams – das ist wohl der größte Gegensatz zum Gerätturnen !
Eine Übung ist nur mit zwei oder mehr Personen möglich, deren
individuelles und turnerisches Können, sowie deren kooperative Fähigkeiten
gefragt sind. Die Sportler müssen körperlich und psychologisch sehr nah
zusammen arbeiten können.
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Von
Oberpartnern und Unterpartnern
Individuelle
Fähigkeiten sind die Grundlage für gemeinsame Akrobatikelemente und werden
am Anfang im Training vermittelt: Kraft, um den Partner zu halten und vor
Allem gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Beweglichkeit, ohne die die
meisten Elemente gar nicht möglich wären und ebenfalls um die
Verletzunggefahr zu mindern. Körperspannung, ohne die der Unterpartner den
Oberpartner nicht ausbalancieren könnte. Mut, um die Höhe und die
Fluphasen zu verkraften. In der Regel steht der obere Partner im Blickpunkt,
kann aber nur so viel leisten, wie ihm der Unterpartner an Möglichkeiten
vorgibt. Der Oberpartner findet kein fixes berechenbares Gerät vor, sondern
einen Menschen mit allen Stärken und Schwächen, der schier Unglaubliches
an Kraft, Reaktionsschnelligkeit und Einfühlungsvermögen leisten muss, um
die Übung zu absolvieren.
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Zusätzlich zu den
individuellen Fähigkeiten werden die gemeinsamen Aspekte trainiert. Zu
aller erst gehört Vertrauen dazu. Der Oberpartner darf sein Gleichgewicht
nicht kontrollieren, sondern muss das dem Unterpartner überlassen. Dazu
muss er sicher sein, dass ihn der Partner sicher balanciert oder auffängt.
Weiters sollen sich Partner für ihre Leistungen respektieren. Der
Unterpartner schätzt den Mut und das Vertrauen seines Oberpartners und der
jener würdigt den Kraftaufwand und die Sicherheit seines Unterpartners.
Eine der schwierigsten Sportakrobatikfähigkeiten ist die Synchronisation
von Tempo-Elementen. Die Kunst des Unterpartners ist, in richtig
koordinierter Folge den Sprung des oberen Partners mit einer Wurfbewegung
zuerst aus den Beinen und dann aus den Armen kraftvoll zu unterstützen.
Dabei entsteht ein Spannungsverhältnis, das in zahllosen Versuchen mit
Sicherheitslonge und dicken Matten geübt wird.
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„Besser
als jeder Zirkus“....
Damit
sich die Akrobaten an die ständig steigenden Belastungen
und immer labiler werdenden Balancen gewöhnen, wird das Prinzip
„vom Einfachen zum Komplizierten“ verwendet. Die Balancen werden langsam
höher, die Auflagepunkte immer kleiner. Tempo-Elemente werden im Laufe der
Zeit, auf immer labileren Stützpunkten gefangen und Sprünge werden
komplizierter.
Das Training gipfelt im Auftritt oder in der Wettkampfübung,
in der die Elemente sicher und anscheinend leicht geturnt werden. Was in der
Sportakrobatik derzeit Alles möglich ist, zeigen internationale Topevents.
Die Wettkämpfer haben ein schier unerschöpflisches Repertoire an nahezu
unmöglich scheinenden Elementen. Dies mit „so wie im Zirkus“, zu
beschreiben wäre, gelinde gesagt, eine Untertreibung.
Wettkampfküren
werden auf einer 12 x 12m großen Bodenfläche
gezeigt und von einem Kampfgericht bewertet. Die Präsentation erfolgt mit
Musik und Choreographie. Alles soll harmonisch aufeinander
abgestimmt sein und mit Balance-Elementen
oder Tempo-Elementen durchsetzt sein. Auch eine kombinierte
Kür mit einer Mischung aus Balance- und Tempoübungen ist möglich.
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Keineswegs
nur ein Leistungssport !
Doch
Sportakrobatik ist nicht nur ein Leistungssport,
sondern
vieler Orts anzutreffen. Die Mutter, die ihr Kind „fliegen“ läßt,
betreibt ebenso Akrobatik wie ein Sportlehrer, der
seine Schüler aus sozialpädagogischen
Gründen menschliche Pyramiden
bauen läßt. Viele Übungen des Allgemeinen Turnens und Shows, die beispielsweise bei
der Gymnaestrada gezeigt werden, enthalten Sportakrobatik-Elemente. Die Gemeinsamkeit
der Übung stellt die antreibende Kraft dar, wobei ein wenig Platz
und Matten schon genügen, um damit zu beginnen.
Danke
an den Weltturnverband FIG für die Zur-Verfügung-Stellung der Bilder
dieser Seite.
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