Reglement und Bewertungsrichtlinien
Bei einem Trampolinwettkampf turnt jede/r Teilnehmer/in eine Pflicht- und eine Kürübung in der Qualifikation und eine zweite Kür im Finale. Das Finale erreichen jedoch nur die acht Besten jeder Wettkampfklasse.
Jede Übung besteht aus zehn aneinander gereihten Einzelsprüngen, die in der Pflicht in Art und Reihenfolge vorgeschrieben sind. In der Kür versucht jede/r Teilnehmer/in entsprechend seiner Neigungen und seines Leistungsstandes möglichst schwierige Sprünge gut zu turnen.
Fünf Haltungskampfrichter/innen beurteilen allein die Ausführung einer Übung, die maximal 10.0 Punkte erreichen kann. Bei jedem Sprung können die Kampfrichter/innen für Haltungsfehler, unterschiedliche Sprunghöhe und zu starkes Wandern über das Gerät pro Sprung bis zu 0.5 Punkte abziehen.
Die Haltungskampfrichter/innen zeigen ihre Wertung offen an, die höchste und niedrigste Note werden gestrichen, die verbleibenden drei werden addiert und ergeben die Haltungsnote. Bei der Pflichtübung kommt zu dieser Note der ein geringer Bonus dazu, der von der gezeigten Pflicht (z.B. Pflicht der Kinderklasse oder internationale Pflicht) abhängt.
Bei der Kürübung addiert sich zur Haltungsnote noch der Wert für den Schwierigkeitsgrad, der mathematisch genau nach der Anzahl der geturnten Salto- und Schraubendrehungen berechnet wird. Die Schwierigkeit eines viertel Saltos beträgt 0,1 Punkte, ein fertiger Salto bekommt 0,5, Doppelsaltos 1,0, Dreifachsaltos 1,6 und Vierfachsaltos 2,2. Jede halbe Schraube ist weitere 0,1 Punkte wert. 0,1 Zusatzpunkte pro fertiger Salto kommen schließlich noch für Ausführung in gebückter (b) oder gestreckter (a) Position dazu. Der Schwierigkeits-Weltrekord für alle zehn Sprünge beträgt zur Zeit gewaltige 17,5 – man kann leicht errechnen, was das bedeutet!
Durch die getrennte Bewertung von Ausführung und Schwierigkeit kann es durchaus passieren, dass eine sehr schwere Übung niedrigere Haltungsnoten erhält als eine leichte, die exakt vorgetragen wird. Die Addition von Haltungs- und Schwierigkeitsnoten führt aber in jedem Fall zu einer gerechten Bewertung der Trampolinspringer/innen.
Üblicher Weise bildet die Summe der Punktzahlen aus Pflicht, erster und zweiter Kür das Endergebnis eines Trampolin-Wettkampfs. Nur beim manchen Bewerben (z.B. Weltcups) ist das anders: Hier beginnt das Finale wieder bei Null, die/der Teilnehmer/in mit der höchsten Finalnote ist Sieger/in.
Download der internationalen Wertungsvorschriften