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Vinzenz Höck gewinnt Turn-EM-Silber an den Ringen!

Vinzenz Höck gewinnt Turn-EM-Silber an den Ringen!

Der größte Erfolg bisher für das österreichische Kunstturnen: Vinzenz Höck gewann am 13. Dezember 2020 im türkischen Mersin die Silbermedaille an den Ringen.

Mit einer perfekt gelungenen Kür (14.800 Punkten) musste sich der 24-jährige Grazer im Finale nur dem amtierenden türkischen Weltmeister Ibrahim Colak (15.000) geschlagen geben. Bronze ging an den ukrainischen Olympiadritten (2012) bzw. -fünften (2016) Igor Radivilov (14.766).

Vinzenz Höck zu seiner Turn-EM-Silbermedaille: „Mir fehlen die Worte. Neben Colak und Radivilov auf dem Podest zu stehen, ist der Wahnsinn. Ein Traum ist wahr geworden. Nach der Quali am Donnerstag wusste ich um meine Chancen und wollte unbedingt eine Medaille. Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass ich nicht nervös war. Aber ich habe meine Nerven im Griff behalten und meine beste Übung der Saison geturnt.“ ÖFT-Kunstturner-Sportdirektor Fabian Leimlehner: „Unfassbar. Das war eine Herkulesaufgabe. Vinzi hat Nerven aus Stahl.“

Erst die zweite österreichische Turn-EM-Medaille der Geschichte

Diese Medaille Höcks ist erst die zweite für Österreich in der Turn-EM-Geschichte. Die einzige davor gewann Hans Sauter bei der ersten Europameisterschaft 1955 in Frankfurt mit Bronze am Pauschenpferd (damals noch ohne eigens geturnte Finalentscheidung). Vor der heurigen EM gab es erst eine einzige österreichische Gerätefinal-Teilnahme durch Marco Baldauf, 2012 am Reck (Platz 6). Dieser Wert wurde nun um drei Teilnahmen erhöht. Neben Höcks Silbermedaille überzeugten Severin Kranzlmüller als Sechster am Barren und Alexander Benda als Siebenter am Boden.

Nochmals Sportdirektor Leimlehner: „Eine für uns unglaublich erfolgreiche EM. Wir sind überglücklich und ich gratuliere jedem einzelnen im Team. Meine Trainer Petr Koudela und Kieran Behan haben ganze Arbeit geleistet. Unsere Planung ist voll aufgegangen. Wir sind auf dem richtigen Weg nach ganz oben und voll motiviert, basierend auf diesen Leistungen hart und eifrig weiter zu arbeiten.“

Severin Kranzlmüller steigert sich im Barrenfinale auf Platz 6

Severin Kranzlmüller hatte sich auf Vorkampf-Position 7 für das EM-Achterfinale am Barren qualifiziert. Einen Tag nach seinem 26. Geburtstag legte der Linzer eine weitere optimal gelungene Kür nach und steigerte sich mit 13.600 Punkten auf den sechsten Platz: „Ein Wochenende wie aus dem Märchenbuch. Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich meine Platzierung bei diesem starken Feld sogar noch verbessern kann. Es ist einfach alles aufgegangen und ich bin überglücklich mit dem Ergebnis. Ich danke allen Trainern und meinen Teamkollegen, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Dieser sechste Platz fühlt sich an wie eine Medaille.“ Der Sieg ging auch hier an einen Türken, den Barren-WM-Fünften Ferhat Arican.

Alexander Benda Siebenter im Bodenfinale

Alexander Benda, Neunter der Qualifikation am Boden und damit der erste Ersatzmann für das EM-Finale, erhielt seine Teilnahmebestätigung wegen der Verletzung eines anderen erst kurz vor dem Start. Der 23-jährige in Innsbruck lebende Grazer brachte sein Programm mit mehreren Doppelsalti, Dreifachschraube usw. gut durch. Allerdings gerieten drei Landungen tiefer als gewollt. Das bedeutete eine gegenüber der Qualifikation schwächere Wertung (13.166 im Finale zu 13.933 im Vorkampf). Da der Ukrainer Petro Pakhniuk gestürzt war, kletterte Benda dennoch eine weitere Position nach oben und beendete sein erstes EM-Finale auf Platz 7. Es gewann der israelische Vizeweltmeister Artem Dolgopyat mit 15.000 Punkten und sicherem Vorsprung.

Alexander Benda zu seinem Finalauftritt: „Erst beim Einturnen als Reservemann war klar, dass ich ins Feld nachrutsche. Nach der super Qualifikation am Donnerstag und dem soliden Teamfinale gestern war das jetzt das Sahnehäubchen. Ich wusste, dass ich nichts zu verlieren hatte. Daher wollte ich jede Landung perfekt attackieren, was natürlich das Risiko bei jeder Länge erhöhte. Leider ist mir nicht jede angestrebte Punktlandung gelungen. Aber es war auch am dritten Wettkampftag wieder der Großteil der Übung gut und stabil. Ich nehme jeden Eindruck als wichtige Erfahrung mit nach Hause.“

Auch Askhab Matiev Siebenter am Boden – allerdings bei den Junioren

Schon am frühen Sonntag-Vormittag (8 Uhr früh MEZ) starteten die EM-Gerätefinali der Junioren mit der gut gelungenen Bodenkür des als ersten Turner ausgelosten Askhab Matiev. Der 18-jährige Innsbrucker konnte allerdings sein Vorhaben, alle Landungen noch sauberer zu stehen, als in der Qualifikation, nicht umsetzen. Wie im Vorkampf erreichte er den siebenten Rang, jedoch mit etwas weniger Punkten (12.800 Finale, 13.166 Qualifikation). Askhab Matiev war „mit der Performance hier bei der EM super zufrieden. Meine Zeit als Junior ist jetzt erfolgreich beendet und es wartet auf mich die Herausforderung, den Sprung in die Eliteklasse zu schaffen.“

Weitere Details zur Turm-EM


13/12/20

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