Main area
.

Die ÖFT-Jahresvorschau 2021

Die ÖFT-Jahresvorschau 2021

Wenn man im letzten Jahr etwas gelernt hat, dann, mit Prognosen vorsichtig zu sein. Wir versuchen es dennoch: Was bringt 2021 für den österreichischen Turnsport?

#comebackstronger!

Wann, wie und wie weit wir zur vor Corona üblichen „Normalität“ zurückkehren können, wird natürlich vorrangig von der weiteren Entwicklung der COVID-19-Fallzahlen und vom Impffortschritt abhängen.

Wenn der Eindruck nicht täuscht, dann ist die Impfbereitschaft im Sport signifikant höher als insgesamt. Jetzt zu Jahresbeginn ist jedenfalls zu hoffen, dass ab dem Sommer für alle wieder alles im Turnsport seinen gewohnten Gang gehen wird.

Im internationalen wie im österreichischen Spitzensport könnte schon das Frühjahr mit etwas Glück von weiteren Absagen weitgehend verschont bleiben – wenn auch noch mit massiven Einschränkungen und Sicherheitsauflagen. Wann der Indoor-Vereins- und Breitensport wieder loslegen darf, scheint noch unklar.

Der ÖFT war in den Wochen vor Weihnachten in eine hochkarätige Arbeitsgruppe der maßgeblichsten Sport-Stakeholder eingeladen (u.a. mit Vertretern der Ministerien und Ministerkabinette, der Sport Austria und einigen Verbänden), die Konzepte und Maßnahmenkataloge zum „Sport-Restart“ für die Bundesregierung erarbeitet hat.

Mit der Umsetzung der vorgeschlagenen kurzfristigen Maßnahmen könnte „man“ sofort nach dem Ende des aktuellen Lockdowns beginnen. Möge es so geschehen und nicht auf die lange Regierungsbank geschoben werden: nicht nur die Kinder wollen endlich wieder im Verein turnen dürfen!

Was bringt 2021?

Kunstturnen weiblich

ÖFT-Kunstturnerinnen-Sportdirektorin Eva Pöttschacher geht es mit Optimismus an: „2021 wird sicher ein gutes Jahr, denn der Blick ist bei allen nach vorne gerichtet. Das Jahr wird geprägt sein von Zuversicht und Motivation, denn die Turnerinnen werden gestärkt aus der Krise hervor gehen.“

Neben den Olympischen Spielen in Tokio, für die Elisa Hämmerle bereits qualifiziert ist, stehen drei weitere Großereignisse an: Schon im April die nächste Europameisterschaft in Basel, weiters im August die Universiade in China und im Oktober die Weltmeisterschaft in Japan. Dabei geht es sowohl um Finalplätze der etablierten österreichischen Turnerinnen wie um die Wettkampferfahrung der Jüngeren im Nationalteam.

Neben dem ÖFT-„Standard-Programm“ mit österreichischen Meisterschaften, Trainingscamps von der Elite bis zum Nachwuchs und Kursen steht eine wesentliche Änderung ins Haus: Der ÖFT-Bundesstützpunkt der Kunstturnerinnen wird in Linz etabliert und – ähnlich, wie das männliche Pendant in Innsbruck – für die Besten neue zusätzliche Chancen und Möglichkeiten bieten. Mehr WAG-Vorschau-Details

Kunstturnen männlich

ÖFT-Kunstturner-Sportdirektor Fabian Leimlehner: „Wir konnten 2020 bei der EM sehr erfolgreich abschließen, umso motivierter gehen wir in das Wettkampfjahr 2021. Wir werden alles geben, um die Olympia-Qualifikation für Tokio zu erreichen, doch es wird wohl unter diesen Bedingungen sehr, sehr schwierig. Ich habe viel Vertrauen in meine Trainer und natürlich in meine Athleten, die mit harter Arbeit wieder Topergebnisse für Österreich liefern können.“ 

Vier Jahres-Höhepunkte stehen zusätzlich zu Tokio 2021 im Fokus, wobei die Planung bereits auf den kommenden Olympiazyklus ausgelegt wird: Erstens die Europameisterschaft im April in Basel, bei der Vinzenz Höck erneut ins Ringefinale möchte und mehrere Mehrkämpfer um den maximal einen möglichen Olympia-Quotenplatz turnen werden. Zweitens die Staatsmeisterschaft im neuen Format Anfang Juni bei den „Sport Austria Finals“. Drittens die Universiade im August in China, bei der man erstmals ins Teamfinale einziehen möchte. Viertens die WM im Oktober in Japan, bei der Vinzenz Höck sein erstes Finale anpeilt.

Rhythmische Gymnastik

RG-Sportdirektorin Gabriela Welkow-Jusek: „Wir haben alle für 2020 gesetzten Ziele um ein Jahr verschoben. Leider ist der Weg nach wie vor ungewiss, eine konkrete Planung schwierig. Wir gehen für uns von vier nationalen ÖFT-Meisterschaften, vier Weltcups, der Europameisterschaft im Juni in Bulgarien, den Olympischen Spielen im August in Tokio und der Weltmeisterschaft im Oktober aus, ebenfalls in Japan. Wir passen uns an die neue Normalität an, finden zurück zur Planungssicherheit, arbeiten hart an unseren Zielen und halten an unseren Visionen fest!“

Konkrete internationale Wettkampfziele stellen die Olympia-Qualifikation und -Teilnahme von Nicol Ruprecht, die Top 12 der Elitegruppe und die Top 15 der neuen Juniorinnen-Gruppe bei der EM dar.

Insgesamt sind zurzeit 70 Gymnastinnen aus 8 Bundesländern in einem der ÖFT-Kader von der Elite bis zum Nachwuchs erfasst. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem „Superjahrgang 2007“, von dem sich die Verantwortlichen viel erwarten. In Kürze beginnt die Renovierung und Erweiterung des RG-Bundesstützpunkts in Wien-Stadlau, um die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern – nicht nur für den Nationalkader, sondern auch für Aus- und Fortbildungskurse. Das aktualisierte ÖFT-Wettkampfprogramm wird die positive Entwicklung ebenso befeuern. Mehr RG-Vorschau-Details

Trampolinspringen

Benny Wizanis Chance, sich bei der Europameisterschaft Ende April in Sotschi (Russland) noch für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, scheint intakt, ebenso ist der Weg über die Weltcups noch nicht aussichtslos – auch wenn es im Trampolinspringen grundsätzlich superschwer ist: nur die je 16 weltweit besten Frauen und Männer schaffen es bis Tokio. Mitte November geht es zur Weltmeisterschaft bzw. Junioren-/Jugend-WM nach Baku. Die Staatsmeisterschaft findet Anfang Juni im Rahmen der ersten „Sport Austria Finals“ in Graz statt.

Sportakrobatik

Bundesreferentin Theresa Longin: „2020 hat uns als Kontaktsportart einiges abverlangt. Wir sind froh, dass der Kader konzentriert trainieren und sich auf die Höhepunkte 2021 vorbereiten kann. Die kommende Saison wird noch anders als gewohnt sein, aber wir geben unser Bestes, um möglichst viel umzusetzen, von Training über Wettkämpfe und Ausbildung.“

Vielen Dank an alle, die in den Vereinen unermüdlich arbeiten und physisch oder virtuell den Trainingsbetrieb aufrechterhalten“, betont die Bundesreferentin deutlich: „Ich sehe 2021 positiv entgegen – wir haben in der Sparte ein starkes Team, gemeinsam werden wir auch die kommenden Herausforderungen meistern!“

2021 werden erstmals sowohl die aus dem Vorjahr verschobenen Weltmeisterschaften (im Juni in Genf) als auch Europameisterschaften (im Oktober in Pesaro, Italien) in einem Jahr stattfinden. Als österreichweiter Höhepunkt wird die Staatsmeisterschaft und Österreichische Meisterschaft Anfang Juni im Rahmen der „Sport Austria Finals“ stattfinden.

Das Spitzensport-Training läuft als ständiger Verbesserungsprozess mit den Schwerpunkten „Implementierung eines Elite-Top-Förderprogramms“ und der Weiterentwicklung der Betreuung der Kaderathlet/innen mit Experten aus verschiedenen Fachbereichen. In der Aus- und Weiterbildung wird die österreichische Sportakrobatik weiterhin vermehrt auf digitale Möglichkeiten und die Entwicklung neuer Kursformate setzen. So soll es gelingen, an den vor Corona kontinuierlichen Aufwärtstrend der heimischen Szene direkt anzuschließen.

Sportaerobic

Auch in dieser Sparte werden erstmalig Welt- und Europameisterschaften im selben jahr ausgetragen: Ende Mai in Baku (Aserbaidschan) die Nachtrags-WM, Ende September in Pesaro (Italien) die EM. Dafür plant der ÖFT neben Teilnahmen im Einzel erstmals auch eine bundesländerübergreifende "Dance"-Formation. Nach einigen Jahren der internationalen Ergebnisflaute (Lubi Gazovs Weltmeistertitel liegt mittlerweile bald sieben Jahre zurück...) bietet sich nun die Chance, auf den großen Bühnen wieder mehr ins Rampenlicht zu rücken. Der nationale Wettkampf-Höhepunkt wird die Staatsmeisterschaft Anfang Juni bei den Sport Austria Finals in Graz.

Team-Turnen

Unter den internationalen Wettkampf-Turnsportarten wurde das Team-Turnen durch Corona zweifelsfrei am stärksten beeinträchtigt. Als sowohl Team- wie auch Kontaktsportart, die hierzulande nicht in Leistungszentren, sondern in Vereinen trainiert wird, gab es seit Mitte März 2020 für die Szene keinerlei Trainings-Normalität.

Die Europameisterschaft in Kopenhagen war ursprünglich vom Oktober 2020 auf den April 2021 verschoben worden, ist aber zu diesem Nachtragstermin aufgrund der Veranstaltungsregeln in Dänemark ebenfalls bereits abgesagt worden.

ÖFT-Bundesreferent Florian Wadl: „Die Highlights im Team-Turnen für 2021 sind eher überschaubar: Die EM 2021, falls diese stattfinden kann. Dazu die Staatsmeisterschaft und der ÖFT-Teamgym-Cup. Und hoffentlich bald die Trainings-Freigabe für den Vereinssport, da derzeit noch kaum jemand in die Halle darf. Aufgrund der aktuellen Situation kann ich mir leider kein positives Statement abgewinnen.“

Turn10

ÖFT-Turn10-Bundesreferentin Renate Jandorek: „Alle Vereine scharren in den Startlöchern, um endlich, endlich wieder mit dem Training beginnen zu dürfen. Die meisten haben zurzeit schon acht bis neuneinhalb Monate Zwangspause hinter sich – und die dauert ja noch an. 2021 gilt es also, sich neu zu sammeln und dann in unserem Hobbysportprogramm wieder durchzustarten. Ich weiß, dass alle Veranstalter darauf brennen, ihre Wettkämpfe wieder durchzuführen. Hoffentlich ist das möglichst rasch wieder möglich! Ich kann es kaum erwarten. Unser bundesweiter Höhepunkt wird dann im November die Österreichische Meisterschaft in Bregenz. Bis dahin ist hoffentlich wirklich wieder alles ganz normal!“

Turn10 wurde unter den Turnsport-Wettkampfdisziplinen 2020 am stärksten von Corona getroffen: Mitte März hätte die Wettkampfsaison loslegen sollen, das fiel mit dem ersten Lockdown zusammen. Ab dann gab es bis jetzt keinerlei Veranstaltungen, im kompletten Jahr 2020 in Österreich daher keinen einzigen Turn10-Vereins-Wettkampf. Noch viel schlimmer: Die meisten der über 350 Turn10-Vereine konnten wegen der Schulturnsaal-Sperren höchstens von Schulbeginn im Herbst bis Mitte Oktober in Kleingruppen trainieren. Der ÖFT setzt sich bei den maßgeblichen Stellen nach Kräften dafür ein, dass das Wieder-Aktivieren so rasch wie möglich stattfinden darf – und drückt die Daumen, dass es dann überall wunschgemäß klappt!

Turnen für Alle

Der ÖFT wird im wettkampffreien Vereins-Breitensport 2021 auf eigene Aktivitäten verzichten: die Turnvereine werden in diesem Bereich genügend gefordert und mit sich selbst beschäftigt sein, um nach einem Jahr de-facto-Stillstand wieder Leben in die Bude zu bringen. Sollte der ÖFT dabei beraten und unterstützen können, ist er natürlich sehr gerne dazu bereit.

International steht die FIG-„Gym For Life World Challenge“ im Juli 2021 in Lissabon ebenso im Fokus, wie das „European Golden Age Gymnastics Festival“ im Oktober in Rhodos. Darüber hinaus werden die ersten administrativen Vorbereitungen für die Welt-Gymnaestrada 2023 in Amsterdam bereits heuer zu setzen sein. Vereine und Gruppen, die sich für die Teilnahme an einem dieser internationalen Events interessieren, sind eingeladen, dies an office@oeft.at bekannt zu geben.

ÖFT-Akademie

Die Aus- und Fortbildungskurse aller Sparten (Unterrichtende vom Übungsleiter [Trainer-C-Lizenz] bis zum staatlich geprüften Trainer [A-Lizenz], Kampfrichter/innen und Funktionär/inn/e/n; dazu Sommercamps udgl.) werden in der ÖFT-Akademie zusammengefasst. Diese steht 2021 vor ihrem bislang spannendsten Jahr: Das neue Lizenzierungs-Reglement – ohne gültige Trainerlizenz ist kein Wettkampfbetreuen mehr möglich – wird eine Fülle an neuen Aktivitäten und Maßnahmen mit sich bringen. Darauf darf man sich jetzt schon freuen!


zurück