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Erster österreichischer Turn-Weltcupsieg: Vinzenz Höck gewinnt in Ungarn!

Vinzenz Höck und Nationaltrainer Petr Kouddela nach/mit der historischen Goldmedaille

Silber und Bronze gab es zuvor schon öfter. Doch nun reihte sich erstmals ein österreichischer Turner in die illustre Gruppe der Weltcupsieger ein: Vinzenz Höck gewann in Szombathely an den Ringen (Video).

Der 24-jährige Grazer lieferte sich das erwartete Finalduell gegen den ukrainischen Olympiadritten Igor Radivilov. Im Gegensatz zur Qualifikation hatte nun Höck das bessere Ende für sich: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Der erste Wettkampf nach Corona – und gleich ein voller Erfolg. Ich wusste, dass ich es schaffen kann – und ich wollte diesen Sieg unbedingt!"

Im Vorjahr 2019 hatte Radivilov in Szombathely noch gewonnen und Höck mit Bronze Vorlieb nehmen müssen. Diesmal drehte Höck den Spieß um und lachte von der Mitte des Siegerpodiums: „Dass es echt geklappt hat, ist für mich kaum zu fassen. Das letzte halbe Jahr war alles andere als einfach, ich musste ohne konkretes Ziel trainieren. Jetzt bin ich umso erleichterter, dass ich es geschafft habe, durchzubeißen. Es geht weiter aufwärts.“

ÖFT-Kunstturner-Sportdirektor Fabian Leimlehner (der Olympiateilnehmer 2012 hatte es selbst bis zu Weltcup-Silber am Reck geschafft): „Das war eine sehr starke Leistung von Vinzi. Ich gratuliere ihm von ganzem Herzen. Wir sind unglaublich stolz auf ihn. Ich freue mich, dass die hervorragende Zusammenarbeit des ganzen Teams und unsere strategischen Maßnahmen so gut Früchte getragen haben. Wir haben hier ein super Statement in diesen schwierigen Zeiten abgegeben. Meine Gratulation gilt insbesondere auch Nationaltrainer Petr Koudela und seinem Co Kieran Behan.“

Die weitere ÖFT-Ungarn-Weltcup-Finalausbeute: Ein vierter und drei fünfte Ränge 

Jasmin Mader war nach einem zweiten und einem dritten Qualifikationsrang ebenfalls als Medaillen-Kandidatin gehandelt worden. In den Entscheidungen lief es für sie allerdings nicht nach Wunsch: die 27-jährige Innsbruckerin musste sowohl am Sprung (Video) als auch am Stufenbarren (Video) jeweils als Erste ans Gerät, es unterliefen ihr Haltungsschwächen. Daher schauten am Ende „nur“ der vierte Platz am Sprung und der fünfte am Stufenbarren heraus. Maders Resümee: „Natürlich ist der vierte Platz undankbar, aber ich bin mit meiner Sprungleistung zufrieden. Im Gegensatz zum Stufenbarren, wo ich meine in der Corona-Pause neu zusammengestellte Übung definitiv besser kann, als sie mir heute gelang. Ich wollte die Handstände im Vergleich zur Qualifikation besser austurnen, dabei sind mir gröbere Fehler passiert. Daraus kann ich lernen.“

Ebenso auf Rang 5 landete Alexander Benda am Boden (Video) – für den 23-jährigen Grazer bedeutete das in seinem ersten Weltcupfinale eine Steigerung um drei Plätze gegenüber der Qualifikation: „Ich könnte meine Wertung im Finale um sechs Zehntel steigern. Jetzt gilt meine volle Konzentration dem Reckfinale am Sonntag.“ Einen weiteren fünften Finalplatz steuerte Russenflanken-Weltrekordhalter Daniel Kopeinik am Pauschenpferd bei (Video). Für ihn bedeutete es das Beibehalten der Position aus dem Vorkampf am Freitag: „Meine Qualifikationsleistung war perfekt, im Finale ein kurzes Öffnen der Beine leider sehr teuer. Doch jetzt bin ich zuversichtlich, zukünftig auch Weltcup-Podestplätze erreichen zu können.“

Das Kunstturn-Weltcupjahr 2020 geht wegen COVID-19 als extrem ausgedünntes in die Geschichte ein. Nach Melbourne Ende Februar und Milwaukee Anfang März (beide ohne österreichische Beteiligung) musste schon der dritte Weltcup Mitte März in Baku noch vor den Entscheidungen wegen des Lockdowns abgebrochen werden. Alle weiteren Frühjahrs-Meetings fielen der Pandemie zum Opfer, ebenso die im Herbst üblichen Traditions-Weltcups in Paris, Stuttgart usw. Insgesamt fallen/fielen zehn Weltcups auf vier Kontinenten aus. Der im Herbst einzig verbliebene Ungarn-Weltcup geht unter massiven Sicherheitsauflagen über die Bühne.

Vinzenz Höcks ÖFT-historische Goldkür:

Jasmin Mader: Vierter Weltcup-Platz am Sprung:

Drei fünfte Plätze:

Daniel Kopeinik am Pauschenpferd:
Jasmin Mader am Stufenbarren:
Alexander Benda am Boden:

 



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