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Optimismus vor dem Turn-WM-Auftakt: Jetzt geht es um die Olympia-Tickets!

Optimismus vor dem Turn-WM-Auftakt: Jetzt geht es um die Olympia-Tickets!

Am Freitag, 4. Oktober, startet in Stuttgart die Kunstturn-Weltmeisterschaft 2019. Bis zum 13. Oktober werden in allen 14 olympischen Bewerben dieses Sports – 2x Team, 2x Einzelmehrkampf, 10 Einzelgeräte – die WM-Titel vergeben. Außerdem fallen die wesentlichsten Entscheidungen über die Vergabe der Olympia-Startplätze für Tokio 2020.

Über 540 Frauen und Männer aus 92 Ländern – so vielen wie noch nie – werden an der Turn-WM 2019 teilnehmen. Der Österreichische Fachverband für Turnen (ÖFT) schickt das ihm größtmögliche Kontingent von je drei Mehrkämpferinnen und drei Mehrkämpfern ins Rennen.

Elisa Hämmerle (V), Jasmin Mader (T) und Marlies Männersdorfer (V), Alexander Benda (St), Vinzenz Höck (St) und Matthias Schwab (V) trainieren bereits seit dem vergangenen Wochenende vor Ort. Das ÖFT-Hauptziel bei der WM: Je ein maximal möglicher Olympia-Mehrkampf-Quotenplatz bei den Frauen wie Männern.

Realistische Chancen auf Tokio-Tickets.

Bislang läuft die Vorbereitung in Stuttgart ausgezeichnet und im ÖFT-Team gibt man sich sehr zuversichtlich. Grundsätzlich haben alle Nominierten das Potenzial, die Olympianorm zu erreichen und es wird auf die Tagesverfassung ankommen. Exemplarisch Vinzenz Höck: „Wenn ich fehlerfrei turne, habe ich sehr gute Chancen, denke ich. Daher versuche ich so selbstbewusst wie möglich in den Wettkampf zu gehen.“

Elisa Hämmerle: „Ich habe in den letzten Monaten hart an der Ausführung und Präzision meiner Übungen gearbeitet. Jetzt hoffe ich, dass sich das bezahlt macht. Ich versuche allerdings, mich vom ‚Olympia-Hype‘ nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen. Der größere Druck kommt, glaube ich, von meinen eigenen Erwartungen, auch, weil man mir die österreichische Favoritenrolle zuschreibt.“

Alexander Benda: „Olympia geistert ständig durch meinen Kopf, motiviert mich immens und es gibt in meinem Leben derzeit kein größeres Ziel als die fünf Ringe. Mein Trainingsaufbau passt sehr gut und ich erwarte von mir selbst, eine Topleistung zu bringen.“

Bei den offiziellen Podiumstrainings in der Wettkampfhalle bzw. im Wettkampf-Setting bestätigten Österreichs Frauen (bereits am Montag) und Männer (heute Mittwoch früh) ihre starke Verfassung. ÖFT-Kunstturnerinnen-Sportdirektorin Eva Pöttschacher: „Bis jetzt läuft es hier ausgezeichnet. Unsere drei Turnerinnen sind optimal vorbereitet und arbeiten jetzt an den letzten Kleinigkeiten.“ Ihr männliches Pendant Fabian Leimlehner: „Die Jungs sind in Topform und voll motiviert.“

Für Leimlehner, Österreichs Olympiaturner 2012, ist Stuttgart zusätzlich positiv besetzt. Denn hier hatte die vor einem Jahr zum ÖFT-Sportdirektor bestellte Ex-Nr. 1 der Reck-Weltrangliste vor zwölf Jahren selbst den ersten vollen WM-Mehrkampf geturnt: „Es ist kaum zu glauben, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Es ist hier alles noch so, wie ich die Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Erinnerung habe.“

Österreichs WM-Wettkampftage: Freitag 4.10. und Sonntag 6.10.

Der Tag X für Österreichs WM-Turnerinnen ist bereits übermorgen Freitag. In die vierte von zwölf Subdivisionen gelost, werden Hämmerle, Mader und Männersdorfer von 15:30 bis 17:30 Uhr ihren WM-Wettkampf absolvieren. Die endgültigen Platzierungen werden allerdings erst tags darauf am späten Abend des 5. Oktober nach Abschluss des WM-Auftritts aller Turnerinnen feststehen.

Der WM-Einsatz der österreichischen Turner findet am Sonntag, 6. Oktober von 10 bis 13 Uhr in der ersten von acht Teilgruppen statt. Die Platzierungen kennt man dann ebenfalls erst nach dem Wettkampf aller WM-Turner am späten Abend des 7. Oktober.

Die Turn-Olympia-Qualifikation läuft bis in den Mai 2020

Das gegenüber Rio 2016 deutlich veränderte Olympia-Qualifikations-Reglement des Kunstturnens ist noch komplizierter geworden. Die Hälfte der je 98 Tokio-Tickets bei Frauen wie Männern geht an die besten zwölf Teams (aus diesem Team-Rennen ist Österreich bereits bei der WM 2018 ausgeschieden). Von der verbleibenden anderen Hälfte werden bei der WM in Stuttgart zwölf bei den Männern und 20 bei den Frauen, dabei maximal einer pro Land, fix an die besten Mehrkämpfer/innen vergeben.

Auf diese Mehrkampf-Quotenplätze – bei den Frauen die Addition aller vier Gerätewertungen, bei den Männern aller sechs Geräte – richtet sich der Fokus des ÖFT. Doch da das Rennen um die Olympiatickets nach verschiedenen weiteren Kriterien (anbei) bis in den Mai 2020 und teilweise rückbezüglich läuft, könnte auch erst dann feststehen, ob eine WM-Leistung 2019 für das Startrecht in Tokio 2020 gereicht hat.

Besonders komplex ist die Situation für Vinzenz Höck. Trotz seines Weltklasseformats an den Ringen – wo der 23-jährige Grazer zuletzt die World-Challenge-Cup-Serie als Gesamtdritter abschloss - wird Höck in Stuttgart erstmals seit vier Jahren bei einem Großereignis wieder den kompletten Mehrkampf absolvieren. Denn die Olympia-Qualifikationschance scheint etwas paradoxer Weise über diesen Weg größer, als über Höcks Ringe-Ausnahmekönnen.

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