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Vinzenz Höck starker 17. der Turn-WM an den Ringen.

Vinzenz Höck bei seiner WM-Ringekür in Montreal

Ein unsicheres Übungsende kostete den sensationell in Griffweite gelegenen Top-8-Finaleinzug.

Kunstturner Vinzenz Höck sorgte bei der Weltmeisterschaft in Montreal wie erwartet für das beste österreichische Ergebnis. Der 21-jährige Grazer erreichte an den Ringen den 17. Rang.

Lange war Höck sogar am Weg Richtung Gerätefinale der besten Acht. Doch eine Unsicherheit sowohl beim letzten Handstandschwung wie bei der Landung des Abgangs kosteten bei 14.366 Punkten mehr als jene 34 Hundertstel, die für den Medaillenkampf nötig gewesen wären.

„Ich war unterwegs zur bislang besten Kür meiner Karriere. Doch am Ende hat mich leider etwas die Kraft verlassen“, war Vinzenz Höck dennoch mit seiner WM-Leistung „sehr zufrieden, denn jetzt hat jeder gesehen, dass mit mir immer mehr zu rechnen ist.“

Der Ex-Junioren-Europameister (2014) machte auch erstmals öffentlich, dass er seit einer Woche mit einer großen Belastung gekämpft hatte: „Meine Opa, mein größter Fan und Unterstützer von klein auf, ist vor einer Woche gestorben. Heute war sein Begräbnis.“

Für die weiteren drei österreichischen Turner lief die WM nicht nach Wunsch. Michael Fussenegger (23, V) zeigte zu Beginn seiner Ringekür zwar ebenfalls stark auf, „doch weil ich alles besonders exakt gehalten hatte, kamen zum Schluss die Schwierigkeiten. Ich hatte einen groben Handstandfehler – und dann bewusst den Doppelsalto-Abgang mit nur einer statt zwei Schrauben geturnt.“

Mit 13.766 Punkten auf Rang 44 durchgereicht, wären für Fussenegger bei einer fehlerfreien Kür die zuvor angestrebten Top 20 möglich gewesen: „Ich weiß jetzt, woran ich noch arbeiten muss, um wirklich vorne mitzuspielen.“ Nationaltrainer Petr Koudela rief außerdem in Erinnerung, dass Fussenegger wegen einer Freizeit-Handverletzung im Sommer auf mehrere wichtige Trainingswochen verzichten musste: „Lange hatte es so ausgesehen, als ob Michael die WM gänzlich abschreiben müsste.“

Alexander Benda ging bei seiner ersten Weltmeisterschaft viel Risiko ein, das unbelohnt blieb. Der 20-jährige wie Höck in Innsbruck trainierende Grazer „hatte in den letzten Monaten viele neue Schwierigkeits-Elemente erarbeitet und in die Übungen eingebaut. Im Training hat es schon regelmäßig geklappt. Doch ich war heute viel nervöser, als ich erwartet hatte. Wahrscheinlich sind mir deshalb die Fehler passiert. Ich werde daraus lernen und weiter aufstocken“.

Im WM-Feld von 239 Turnern aus 71 Ländern erreichte Benda die Plätze 92 (Boden, mehrere Standunsicherheiten), 101 (Reck, eines von vier Flugelementen nicht gefangen) und 104 (Barren, ein Sturz). Seine dynamischen und selbstbewussten Auftritte gaben trotz dieser enttäuschenden Positionen ein Versprechen für die Zukunft ab.

Severin Kranzlmüller hingegen hatte einen schwarzen Tag. Von seinen sechs Mehrkampfküren verpatzte er vier kräftig, nur am Sprung und an den Ringen gelang eine Standardleistung. Sein 54. Rang (von insgesamt 59 gewerteten Mehrkämpfern) hat angesichts seiner viel höheren Erwartungen zuvor nur statistischen Wert.

Dass ihm am Boden außerdem seine geplante Weltneuheit „Endo-Rolle zum Schweizer-Handstand“ misslang (Ende im Kopfstand statt im Handstand) und dieses Element somit nicht als „Der Kranzlmüller“ in den internationalen Wertungsvorschriften verewigt wird, war eine zusätzliche Riesenenttäuschung für den 22-jährige Linzer.

Alle Detail-Informationen zur Turn-WM 2017 (internationale Links uvm.)


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