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Das Ausbildungssystem im österreichischen Vereins- und Verbandssport

Der österreichische Sport (und damit auch der Turnsport) hat offiziell ein dreistufiges Ausbildungssystem für Unterrichtende/Trainer*innen. Diese drei Stufen bauen (gemäß einer EU-Vorgabe) aufeinander auf:

  • Übungsleiter*in (ca. 50 Unterrichts-Einheiten) = "Turnsport-C-Trainer*in"
  • Staatlich geprüfte*r Instruktor*in (ca. 150 UE gem. Schulgesetz) = "Turnsport-B-Trainer*in
  • Staatlich geprüfte*r Trainer*in (3 Fachsemester gem. Schulgesetz) = "Turnsport-A-Trainer*in"

Die Übungsleiter-Ausbildungen sind der Einstieg. Sie können von BSO-anerkannten Sportverbänden durchgeführt werden. Im Turnsport bestehen diese aus einem spartenübergreifenden Basismodul samt Prüfung, gefolgt von zwei Spezialmodulen der jeweiligen Turnsportart samt Abschlussprüfung. Jedes Modul dauert üblicherweise von Fr. nachmittags bis So. mittags und wird von der ÖFT-Akademie organisiert. Mindestalter bei der Zeugnisverleihung: 16 Jahre. Zielgruppe: Vereinssport und Basis-Leistungssport.

Die staatlich anerkannten Instruktor-Ausbildungen (früherer Name: Lehrwart) werden vom jeweiligen Verband gemeinsam mit einer Bundes-Sportakademie (BSPA) angeboten. Auf (je nach Organisation) zwei bis drei voneinander abgesetzte intensive Kurswochen folgt eine kommissionelle Abschlussprüfung. Wenn man diese schafft, erhält man ein staatliches Zeugnis. Mindestalter bei Abschluss: 18 Jahre. Zielgruppe: Leistungssport.

Die staatlichen Trainer-Ausbildungen sind zweigeteilt in ein Fachsemester „Trainergrundkurs“ (wird auch geblockt angeboten) und zwei Fachsemester „Trainerspezialkurs“. Der Grundkurs ist sportartenübergreifend und wird von der BSPA durchgeführt. Die Spezialkurse stehen unter Verantwortung des jeweiligen Bundes-Sportfachverbandes. Zielgruppe: Hochleistungs- und Spitzensport.

Anm.: Eine Reihe von weiteren Kursen im Sport nennt sich ebenfalls „Ausbildung“ (denn dieser Begriff ist rechtlich nicht geschützt). Im organisierten Sport Österreichs und seitens der staatlichen Behörden offiziell anerkannt werden jedoch nur die drei oben angeführten.

Trainer-Lizenz:

Wer bei Wettkämpfen des ÖFT und der Landesverbände betreuen möchte, benötigt dafür eine Lizenz. Diese kann jede*r kostenlos erhalten (auch noch ohne absolvierte Ausbildung). Spätestens mit der Lizenz-Verlängerung (Fortbildungsbesuch alle zwei Jahre) ist jedoch ein Ausbildungszeugnis Voraussetzung.

Es gibt die Turnsport-Trainer-C-Lizenz, B-Lizenz und A-Lizenz je nach Kompetenzlevel. Lizenzanträge werden bei der ÖFT-Akademie online eingereicht. Geeignete Fortbildungskurse werden von der ÖFT-Akademie organisiert bzw. akkreditiert.